Raumkonzept Schweiz – ist die Region Bern-Mittelland auf Kurs? Diese Frage diskutierten Vertreter von Bund, Kanton und der Region am Regionstag im Bären in Ostermundigen. Die Teilnehmenden kamen zum Schluss, dass die Region auf gutem Wege ist. Sie nahmen jedoch bei der Umsetzung auch den Bund in die Pflicht. Das Podium mit Katharina Dobler, der Kantonsplanerin, Adrian Studer, Leiter beco und Georg Tobler vom Bundesamt für Raumentwicklung ARE sowie mit den Präsidenten der Kommissionen Raumplanung, Verkehr und Wirtschaft wurde von der Journalistin Lisa Stalder moderiert.
Regionalkonferenz Bern-Mittelland gut aufgestellt
Wir stehen am richtigen Ort, stellte Christian Zahler, Präsident der Kommission Raumplanung, fest. Das Regionale Gesamtverkehrs- und Siedlungskonzept RGSK wurde in Angriff genommen und mit diesem neuen Instrument wird die Siedlungs- und Verkehrsplanung enger aufeinander abgestimmt. Aus der Optik des Verkehrs ist relevant, dass Siedlung und Verkehr optimal abgestimmt werden, ergänzt Hans-Rudolf Saxer, Präsident der Kommission Verkehr. Von grosser Bedeutung ist die Stärkung und Optimierung der S-Bahn, bei der ein grosser Handlungsbedarf besteht. Der Präsident der Kommission Wirtschaft, Niklaus Gfeller, betont, dass die Gemeinden zunehmend zu einer gemeinsamen Wirtschaftspolitik finden. Je länger je mehr setzt sich die Erkenntnis durch, dass nur eine gemeinsame Standortpromotion mit vereinten Kräften zum Ziel führt. Entscheidend ist, dass in der Region überhaupt neue Unternehmen angesiedelt werden können und bestehende in der Region gut bedient werden.
RGSK mit Raumkonzept kompatibel
Die Berner Kantonsplanerin, Katharina Dobler, erinnerte an den Anspruch des Raumkonzeptes Schweiz, für die 12 überregionalen Handlungsräume die strategische Stossrichtung aufzuzeigen. Als Konzept gibt dieses eine sehr gute Basis vor; sozusagen einen Orientierungsrahmen für die Gemeinden. Georg Tobler, Leiter Sektion Agglomerationspolitik, doppelt nach, dass das Raumkonzept nun mit konkreten Inhalten gefüllt werden muss. Bei der Umsetzung braucht es wieder alle drei Staatsebenen. Hier sind die einzelnen Gemeinden und die Regionalkonferenz Bern-Mittelland RKBM gefordert. Um diesen Rahmen optimal auszufüllen, braucht es funktionierende Regionalstrukturen. Ein wichtiger Erfolgsfaktor für Adrian Studer, Vorsitzender Geschäftsleitung des beco, ist die Kommunikation. Die Behörde muss einfache Bilder schaffen und mit Beispielen der Bevölkerung erklären, dass gewisse Abhängigkeiten bestehen, um die hohe Lebensqualität beizubehalten.
Die Präsidenten zeigten sich überzeugt, mit der RKBM über die Strukturen zu verfügen, um in den 97 Gemeinden die konzeptionelle Diskussion führen zu können. Es ist deutlich spürbar, dass alle Gemeinden die gleichen Ziele erreichen wollen und es ist hilfreich, wenn diese in einem übergeordneten Ganzen eingebettet sind.
Betritt zur Hauptstadtregion
Ein Beitritt der RKBM zum Verein Hauptstadtregion Schweiz wurde von den Teilnehmenden positiv beurteilt. Für Adrian Studer ist der Beitritt eine zwingende Voraussetzung, um die Stadt und die Agglomeration Bern gegenüber den Metropolitanräumen zu stärken. Chancen sind die gute Lebensqualität sowie ein ansprechendes kulturelles Angebot und Bildungsangebote, durch welche die Wirtschaft profitiert und die Region Bern-Mittelland in der schweizweiten Konkurrenz eine Rolle spielen kann. Auf der anderen Seite wurde der Haltung Ausdruck verliehen, dass auch der Bund als grosser Player seinen Beitrag leistet und der Hauptstadtregion Schweiz den Platz einräumt, den sie verdient.
Der Weg ist das Ziel
Die Schlussrunde war von Optimismus geprägt. Die Gemeinden sind in einem Wirtschaftsraum kompakt zusammen gefasst und verfügen mit der RKBM über tragfähige politische Strukturen für die Zukunftsgestaltung. Mit dem RGSK wird ein wirksames Planungsinstrument geschaffen, das es umzusetzen gilt. Daran werden die Gemeinden und die RKBM am Schluss gemessen. Der GL- Präsident der RKBM, Dominique Folletête, verwies in seinem Schlusswort auf die grosse Bedeutung einer guten Kommunikation in den Gemeinden, um die Umsetzung des Raumkonzeptes und des RGSK zu fördern.
Elisabeth Pacher Wiedmer
Kommunikationsbeauftragte
www.are.admin.ch (Raumkonzept Schweiz)